1994 war es hierzulande noch eine ziemlich abseitige Idee, Büttenpapiere und Aquarellkartons auf die Trommel eines Digitaldruckers zu spannen. In einem Berliner Labor stand diese Iris Graphics 3047, deren Digital Operator solche Papiere liebte – und den Spieltrieb hatte, beides zusammenzubringen. Was als Experiment begann, wurde zur Ouvertüre des digitalen Kunstdrucks und zu Artificial Image. Drei Jahrzehnte später ist die Technik eine andere. Der Spieltrieb derselbe.

Portfolio

Deshalb gehört der Druck auf Japanpapieren oder solchen mit Büttenrand nach wie vor zum Portfolio der Werkstatt. Ansonsten sind die Dienstleistungen im Wesentlichen dieselben wie anderswo. Die Zusammenarbeit nicht. Es gilt, der Intention des Künstlers zu folgen, gemeinsam herauszufinden, was geht. Die Schritte: zuhören, interpretieren, sichtbar machen. Den Anfang macht oft Material ohne Referenz: Negative, Roh-Scans, RAW-Dateien – manchmal auch nur eine Idee. Wer weiß zu diesem Zeitpunkt, was in ihnen steckt?

Berlin SO36

Die Werkstatt liegt in einem dieser alten Kreuzberger Hinterhöfe, in direkter Nachbarschaft zu Art Residencies wie Bethanien, GlogauAIR und SomoS. In einem Kiez also, in dem Kunst gemacht, gezeigt und gelebt wird – in vielen Sprachen und mit einer Gelassenheit, für die es anderswo keinen Ort gibt. Und so beginnt die Zusammenarbeit mitunter bei einem Gespräch unter Bäumen.

Only by appointment

Ausstellungstermine sind selten verhandelbar – Produktionszeitpläne also auch. Frühzeitige Absprache hilft, kurzfristige Aufträge lassen sich nur selten realisieren. Und wer zwischendurch am Telefon nicht durchkommt: Die Arbeit hier verträgt nun mal keine Unterbrechungen. Eine E-Mail ist der zuverlässigste Weg, in Kontakt zu treten.