Wo lassen Sie arbeiten? Die Frage, die man geneigt ist angesichts eines gutsitzenden Anzugs zu stellen, ist für das individuelle Erscheinungsbild künstlerischer Fotografie noch weitaus wichtiger. Denn mit der Aufnahme ist es eben nicht getan, erst die maßgeschneiderte Materialisierung bringt das Bild wirklich zur Geltung. Hier einen Experten zu kennen, der nicht nur das Fachwissen besitzt, um maximale Prints zu garantieren, sondern auch die Sensibilität, im Dialog mit dem Künstler die richtigen Verfahren und Papiere zu wählen, ist ein Geschenk.

Haben wir uns damit abgefunden, dass durch Massenherstellung die Produkte – ob Musik, Kleidung oder Lebensmittel – immer schlechter werden, so ist es doch eine Wohltat, gelegentlich Bastionen der Qualität zu entdecken.

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Artificial Image ist eine solche Bastion. Seit zwanzig Jahren experimentiert Michael Maria Müller mit digitalen Techniken, entwickelt sie weiter und – entscheidender noch – hält gegen den Trend an exzellenten Verfahren fest, wenn nichts Besseres nachkommt. 1993 begann er mit digitalen Tintenstrahldruckern zu arbeiten und hat dabei seine besondere Leidenschaft für seltene Papiere entdeckt, auch für solche, an die sich bis heute sonst niemand heran traut.

Durch die konstante Qualität seiner Edeldrucke hat er seither das Vertrauen zahlreicher internationaler Künstler gewonnen, es entstanden Arbeiten für Ai Weiwei, Yael Bartana, Monica Bonvicini, Olafur Eliasson, Thomas Florschuetz, Nan Goldin, Susan Hiller, Jenny Holzer, Carsten Nicolai, Andreas Müller-Pohle, Tobias Rehberger, Heidi Specker, Tatsumi Orimoto und viele andere Zeitgenossen, die das Kunstgeschehen unserer Tage prägen.

Jetzt droht Artificial Image heimatlos zu werden. Das Refugium in Berlin-Weissensee ist nach nur zwei Jahren wegen Eigenbedarfs gekündigt, neue Räume sind noch nicht in Sicht. Die erneuten Umzugskosten belasten das Unternehmen und können nicht aus eigener Kraft getragen werden. Sollte Artificial Image seine Tore für immer schließen, wäre das ein herber Verlust für die Kunst.

Wohin dann mit dem in vielen Jahren mühevoll erworbenen, wohl einzigartigem Scan-Equipment, bis zu 700 kg schweren High-Tech-Geräten, die kaum mehr erhältlich sind. Mit ihm werden bis dato analoge Film-Vorlagen in kompromisslos höchster Qualität digitalisiert, für jede Vorlage oder Anwendung hat Michael Maria Müller, selbst Fotograf, das „perfekte Gerät gefunden“. Wohin mit den speziellen Druckmaschinen, die handgeschöpfte, 150 x 250 cm große koreanische Hanji-Papierbögen bedrucken, oder 150 x 1000 cm große Panoramen auf englischem Kupferdruck-Papier. Und wohin mit einer kunsthistorisch interessanten Sammlung, die die Entwicklung der digitalen Druckkunst seit frühen 90er Jahren dokumentiert.

Möglichkeiten der Rettung gäbe es. Am dringendsten benötigt werden preisgünstige Räume (ab 150 m² ). Hilfe beim Umzug ist sehr willkommen. Idealerweise findet sich ein Investor, der sich, vielleicht auch als Teilhaber, für eine Zukunft fotografischer Qualität stark macht. Wenn Sie am Fortbestand des Unternehmens interessiert sind, leiten Sie diesen Aufruf bitte weiter. Nehmen Sie bitte Kontakt mit Michael Maria Müller auf oder nutzen Sie das Kontaktformular auf der Website.

Artificial Image will neue Wege gehen und steckt voller marktreifer Ideen.